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Fortbildung „Gestalter im Handwerk"

Die Fortbildung „Gestalter im Handwerk“ richtet sich an Handwerker gestaltender Berufe. Ihr Ziel ist die Vermittlung einer vielseitigen und fundierten Gestaltungskompetenz als Ergänzung der handwerklichen Fertigkeiten. Die einzelnen Fächer greifen ineinander und bauen aufeinander auf.
Die Abschlussprüfung wird von der Handwerkskammer Halle abgenommen. Das erfolgreiche Bestehen der Prüfung berechtigt zur Führung des anerkannten Titels „Gestalter im Handwerk“.

Die Handwerkskammer Halle stellt darüber ein Zeugnis aus.Die Fortbildung wird seit Jahren in anderen Bundesländern erfolgreich durchgeführt und von der Handwerkskammer als Meisterplusausbildung eingestuft. Der Lehrplan und die Prüfungsordnung basieren auf den Erfahrungen des Zentralverbandes des deutschen Handwerks.

 

Lehrinhalte

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Freihandzeichnen und Naturstudium

Die sichtbaren Eigenschaften einer Form zu erkennen und diese zeichnerisch darzustellen, steht im Mittelpunkt des Naturstudiums. Es werden Aufgaben und Übungen zu diversen Naturformen, technischen Formen und zum Thema Architektur behandelt.
Ziel des Naturstudiums ist es, eine zeichnerische Kompetenz zu entwickeln, um im Berufsalltag Ideen zeichnerisch klar und plausibel darstellen zu können.

 

Dozent: Dirk Neumann

 

Gestaltungslehre

In der Gestaltungslehre werden Übungen und Untersuchungen zu den unterschiedlichsten bildnerischen Grundproblemen angefertigt. Im Mittelpunkt stehen Aufgaben zur Flächengestaltung, zu Kontrasten und verschiedensten Anordnungen von Formzusammenhängen. Es geht darum, sich mit der Problematik der Komposition und Proportion im zweidimensionalen Raum unter der Wechselwirkung von Farbe und Form auseinander zu setzen. Das Arbeitsfeld liegt dabei zwischen angewandter und freier Aufgabe, dem Erkennen und bewussten Einsetzen gestalterischer Ordnungen.

 

Dozent: Dirk Neumann

 

plastisches Gestalten

Eine Auseinandersetzung mit dreidimensionalen, abstrakten Formen, aus denen freie oder funktionale Objekte entwickelt werden.
Dabei geht es um Formqualität, Formzusammenhang und Rhythmus, um die Auseinandersetzung mit Proportionen und die Beziehungen zwischen Form und Farbe bzw. Form und Funktion. Die handwerklich praktische Arbeit mit Ton beinhaltet die Chance zur unmittelbar sinnlichen Erfahrbarkeit eines vielseitigen Materials, zur Wahrnehmung und Nutzung der ihm immanenten Eigenschaften im Sinne der gestalterischen Idee.

 

Dozent: Renée Reichenbach

 

skulpturales Gestalten

Zeichnerische und plastische Entwurfsskizzen sowie ein Besuch im Bildhaueratelier bilden den Einstieg zum skulpturalen Arbeitsprozess am Holzblock.
Mit traditionellen Bildhauerwerkzeugen werden unter der Berücksichtigung von Fragen zur Bedeutung skulpturaler Qualität und zur Materialgerechtigkeit von Holz im Unterschied zu Ton oder Metall grundlegende Gestaltungsmöglichkeiten erprobt. Hierbei geht es neben der Rückkopplung zum Naturstudium und der Bedeutung unterschiedlicher Formqualitäten auch um die Entwicklung einer zielgerichteten Formensprache.

 

Dozent: Jan Thomas

 

Farbenlehre

Die Geschichte der Farbe, ihr Einsatz und ihre Wirkung werden in der Farbenlehre vorgestellt und erprobt. Dazu gehören die verschiedenen Farbsysteme, die Erarbeitung der diversen Kontraste und deren Ausdruck.

 

Dozent: Dirk Neumann

 

Typografie

Schrift ist der Träger von Information. Noch nie wurde derart viel publiziert wie heute. Die Verwendung der Handschrift tritt zurück zu Gunsten von digital erzeugter Schrift. Jedermann kann heute professionell Schrift verwenden ohne das Handwerk des Schriftsetzers oder Typografen gelernt zu haben.
Im Typografie-Kurs werden deshalb Fragen geklärt wie: Welche von 1000 Schriften paßt zu meiner Aussage? Wie kann man Schriften unterscheiden? Wie läßt sich ein Text leserlich gestalten? U.v.m.

 

Dozent: Helmut Stabe

 

Materialkunde

Holz, Metall, Erden, Papier, Textil... jedes Material hat besondere sinnliche und ästhetische Reize, die über Strukturen, Texturen und Farbe begreifbar sind. Wir untersuchen den Sinn und Eigensinn unterschiedlicher Materialien in Bezug auf Form und Gestaltung.
Die Verwendung von Natur- und Kunststoffen führt dabei zu unkonventionellen, überraschenden Lösungen mit experimentellen, modellhaftem Charakter. Entstehen werden Applikationen, Collagen, Montagen, Materialbilder, Montagebilder, Mobiles und plastische Objekte.

 

Dozent: Claudia Baugut

 

Kunst- und Kulturgeschichte, Design- und Architekturgeschichte

Viele der Kunstwerke früherer Epochen wurden von Handwerkern geschaffen. Die sich im Zuge der Industrialisierung vollziehende Trennung von Kunst, Handwerk und Massenproduktion setzte im Laufe des 19. Jahrhunderts eine Gegenbewegung, die Kunstgewerbe-Bewegung in Gang. Hier ist auch der Begriff des „Kunsthandwerkers“ zu verorten, da Handwerker sich durch Gestaltung ihrer Produkte von der industriellen Produktion abzugrenzen suchten.
Der Kurs vermittelt einen grundlegenden Zugang zur Kunstgeschichte, welcher die Teilnehmer befähigt, sich selbstständig mit den für sie relevanten Themen auseinanderzusetzen.

 

Dozent: Dr. Kristina Bake

 

Designrecht

Im Kurs werden Fragen zu den Rechten, Pflichten und Möglichkeiten eines Gestalters unter Berücksichtigung der teilnehmenden Gewerke beantwortet.

Welche Möglichkeiten hat ein Gestalter um seine Ideen zu schützen? Ist ein Geschmacksmuster die beste Lösung? Was muss dabei beachtet werden? Wer unterstützt mich dabei

 

Marketing

Welche Kunden möchte ich erreichen? Wie ist meine Wirkung nach außen? Wo liegen meine Besonderheiten? Wie gestalte ich einen ansprechenden Messestand?

Diese und ähnliche Fragen werden in Bezug auf die vertretenen Gewerke praxisbezogen behandelt und die Möglichkeit zur Erstellung des eigenen Firmenprofils gegeben.

 

Fotografie

Ziel des Kurses ist die Vermittlung kameratechnischer Grundlagen und Funktionsweisen des Fotoapparats. Ein weiterer Schwerpunkt des Kurses ist die digitale Bildbearbeitung und Aufbereitung der Bilddaten für andere Medien mit dem Programm Photoshop. Eine kurze Einführung in Open Source Software wird ebenfalls ein Thema sein. Im Mittelpunkt des Kurses steht die praktische Inszenierung und Dokumentation von eigenen Produkten und Ideen.

 

Dozent: Matthias Ritzmann

 

Layout

Mit Hilfe des Computers kann heute jeder vielfältigste Drucksachen selbst gestalten. Schnell und günstig lassen sich diese beispielsweise von Online-Druckereien produzieren. Im Layout-Kurs wird anhand der Medien einer Geschäftsausstattung (Erscheinungsbild, Visitenkarte, Flyer, Briefbogen, Internetseite) gezeigt, wie Informationen sinnvoll strukturiert werden, wie man die Aussagekraft einer Drucksache durch ihre Gestaltung erhöhen kann und was bei der Druckdaten-Vorbereitung zu bedenken ist.
Gearbeitet wird mit der professionellen Layout-Software Adobe InDesign, mögliche Freeware wird vorgestellt.

 

Dozent: Helmut Stabe

 

CAD

 Ziel des Kurses ist es, das Potential von CAD („computer-aided design“ - „Rechnergestütztes Entwerfen“) zu eröffnen und die Teilnehmer in Fertigkeiten wie Modellierung, Rendern und digitaler Printausgabe von 3D-Modellen ihrer Arbeiten auszubilden.

Dazu werden die Inhalte Modellierung mit Freiformflächen, Überführung einer Skizze in den 3D-Raum und Ausleuchtung sowie Ausgabe des Modells für unterschiedliche Präsentationsmethoden (Print/Screen) behandelt.

Die im Kurs benötigten Grundlagen zur Beherrschung der Software werden den Teilnehmern genauso vermittelt wie die gewerbespezifischen Möglichkeiten durch Beherrschung einer CAD-Software.

 

Dozent: Daniel Ackermann

 

Rhetorik

Diese Seminarreihe bietet einen theoretischen und praktischen Einblick in die Prozesse der Kommunikation. Die Teilnehmer erlernen Argumentationstechniken, arbeiten an der Verbesserung ihrer Redekompetenz und schulen ihr Zuhör- und Gesprächsverhalten.

 

Dozent: Franziska Buschbeck

 

Kreativitätstraining

Ist Kreativität erlernbar? Gestaltung erfordert einen mobilen Geist.
Wir setzen uns mit diversen Begriffen auseinander und spüren Denkansätze und Lösungswege auf, das heißt Querdenken, Erfinden, Provozieren - von der Ideensuche, Inspiration und Intention bis hin zur Ausformung. Wir erarbeiten modellhafte Körper, die nach bestimmten Ordnungsprinzipien wie Rhythmus und Reihung in Form und Funktion entstehen.

 

Dozent: Claudia Baugut

 

gestalterische Entwurfsarbeit

Der Kurs vermittelt Techniken zur selbstständigen Bewältigung komplexer Gestaltungsprozesse. Es werden sowohl Wege der konzeptionellen Annäherung (Brainstorming, narrative Zeichenmethoden, Stimmungscollagen) erprobt, wie auch verschiedene Arten dreidimensionaler Entwurfstechniken, die zur Bearbeitung gestalterischer wie konstruktiver Probleme unerlässlich sind (Mock-Ups, Papiermodelle, Szenarios). Dabei werden die Teilnehmer in ihren kreativen und handwerklichen Fähigkeiten und der Vermittlung der eigenen Ideen gefordert und gefördert.

 

Dozent: Yi-Cong Lu

 

 

Ein Entwurf ist nicht nur die reine Idee, sondern auch ihre Darstellung und ihre Präsentation in Form von Texten, Zeichnungen, Grafiken und Modellen zur Kommunikation und Veranschaulichung der Gestaltungsidee. 
Inspirationsquellen sind kleine, selbst angefertigte Collagen und wörtlichen Beschreibungen. Diese machen die Gestaltungsidee greifbar und dienen als Leitfaden für die weitere Entwurfsarbeit. 
Ziel des Fachs ist nicht die Präzision des Modells, sondern die Vielfalt der Darstellungsmöglichkeiten und das Erlernen möglicher Prozesse der Ideenfindung.

 

Dozent: Steffi Auffenbauer

 

komplexe Gestaltungsaufgaben

In diesem Fach werden die im Fach „gestalterische Entwurfsarbeit“ erlernten Techniken praxisbezogen und gewerkbezogen angewendet.
Zur Übung des Prozesses - von Inspirationensuche, Recherche, Entwicklung eines Konzeptes, Erstellen von Skizzen und Modellen, Überprüfung auf Machbarkeit und gegebenenfalls Ergonomie und Funktion - werden unterschiedliche Aufgaben unter Berücksichtigung der vertretenen Gewerke gestellt.
Am Ende steht die Veranschaulichung der Gestaltungsidee im Vordergrund. Dabei gilt es die Idee in ihrem gesamten Entwicklungsprozess in Form von Texten, Skizzen und Modellen vorzustellen.

 

Dozent: Steffi Auffenbauer

 

Dauer

zwei Jahre berufsbegleitender Unterricht mit einzelnen Wochenblöcken
1000 Unterrichtsstunden
400 Stunden Abschlussarbeit

Unterrichtszeiten: Freitag 14 - 20.30 Uhr, Samstag 9 - 15.30 Uhr

Zeitplan

 

Abschluss

Der einheitliche Rahmenlehrplan des Zentralverbandes des deutschen Handwerks und das Zeugnis der Handwerkskammer Halle bestätigen den anerkannten Abschluss „Gestalter im Handwerk“.

 

Beginn

13. Januar 2012

 

Anmeldung

Marina Hoffmann
0345-23117-13
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Kosten

Dank der Unterstützung des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt betragen die Kosten 1.700.- €

 

Prüfung

Gegenstand der Prüfung sind die in der Fortbildung entstandenen Arbeiten in Form einer Leistungsmappe sowie einer Projektarbeit inklusive Dokumentation und Präsentation vor der Prüfungskommission.

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