Kompetenzzentrum Gestalter im Handwerk

Das Kompetenzzentrum »Gestalter im Handwerk« bietet Handwerker*innen und Gestaltungsinteressierten die Möglichkeit, sich allgemein und gezielt in Gestaltungsfragen weiterzubilden.

Unser Angebot umfasst die sogenannte Meister-Plus-Fortbildung »Gestalter im Handwerk« – vergleichbar mit dem »anerkannten Kunsthandwerker« – sowie Einzelkurse zur zielgerichteten Weiterbildung.
Vermittelt werden Kenntnisse in allen wesentlichen Bereichen der Gestaltung wie Naturstudium, Gestaltungslehre, Typografie, komplexes und experimentelles Gestalten, Layout, CAD und Fotografie. Gearbeitet wird sowohl mit der Hand als auch am Computer. Veranstaltungen zur Kulturgeschichte, Präsentation und zum Marketing bereichern die Angebote, die unter der Leitung erfahrener Dozenten*innen aus dem Hochschulbereich stattfinden. Unsere Dozenten*innen der gestaltenden Fächer sind Absolventen*innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und in ihrem jeweiligen Fach selbst tätig, die ermöglicht einen praxisorientierten Unterricht.

Eine weiteres Angebot ist die Aktion „Netzwerk Gestalter*innen“ aus dessen Rückmeldungen weitere Aktionen in Planung sind.

Die Absicht all unserer Angebote liegt in der Stärkung der Kreativwirtschaft des Handwerks.

Das Kompetenzzentrum »Gestalter im Handwerk« startete 2010 als Projekt des Vereins Künstlerhaus 188 in Kooperation mit der Handwerkskammer Halle / Saale. Die finanzielle Förderung erfolgte durch den Europäischen Sozialfonds und das Land Sachsen-Anhalt. Hierbei wurde erstmalig und mit großem Erfolg der Wissenstransfer aus dem Kreativbereich in das Handwerk erprobt.

 

Grußwort

»Es zeichnet das Wesen vieler Handwerksberufe aus, kreativ zu sein und dabei Tradition, Erfahrung und Wissen mit neuen Ideen zu verbinden. Gestaltung ist daher auch ein wirtschaftlicher Faktor im Handwerk. Den Produkten etwas Individuelles zu geben, das garantiert die Aufmerksamkeit der Kunden. Doch nicht jeder, der eine kreative Idee hat, kann diese auch adäquat umsetzen. Dafür wurde das Kompetenzzentrum „Gestalter im Handwerk“ geschaffen.«

Thomas Keindorf, Präsident der HWK Halle

 

»Meister*innen ihrer Zunft

machen sich zu neuen Ufern auf. Warum? Weil sie ihr kreatives Potenzial entdecken und entwickeln wollen, auf persönliche und berufliche Entfaltungsmöglichkeiten hoffen!
Vielleicht aber auch, weil sie in ihrer bisherigen Arbeit erkannt haben, dass die solide sowie individuelle Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen zunehmende wirtschaftliche Bedeutung gerade auch für Handwerksunternehmen bekommt. Das Bedürfnis nach individuell gefertigten, hochwertigen Produkten unter Einbeziehung von Wünschen und Vorstellungen der*die Kunden*innen wächst und eröffnet Handwerkern*innen und Kreativen neue Marktchancen.
Die Angebote des Kompetenzzentrums »Gestalter im Handwerk« begleiten Handwerker*innen, die diese Chancen ergreifen wollen, eröffnen ihnen neue Möglichkeiten und organisieren den dafür notwendigen Bildungsprozess.
Die damit verbundenen Kosten sind gute Investitionen in die Zukunft und können zudem – zumindest teilweise – durch den Europäischen Sozialfonds übernommen werden.
Nutzen Sie diese Chance.«

Wolfgang Beck, Abteilungsleiter Arbeit des Ministeriums für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt

 

»Als Bauingenieur und Fachingenieur für Denkmalpflege

in einem über 125 Jahre alten Traditionsunternehmen, welches sich seit vielen Jahrzehnten der Restaurierung und Denkmalpflege widmet, treffe ich tagtäglich auf die hohen handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten unserer Vorfahren. Heute nun müssen unsere Steinmetze*innen und Steinbildhauer*innen, Stuckateure*innen und Tischler*innen in der Lage sein, sich die Formensprache der jeweiligen Epochen und Baustile zu eigen zu machen, um adäquate restauratorische Ergebnisse zu erzielen.
Deshalb legen wir bereits bei der Auswahl unserer Auszubildenden großen Wert auf vorhandene gestalterische
Neigungen und handwerkliches Geschick.
Die Entwicklung eigener gestalterischer Fähigkeiten spielt im Rahmen der beruflichen Ausbildung in unserem Unternehmen zwar auch eine Rolle, kann aber nicht in der erforderlichen Tiefenschärfe vermittelt werden – auf Grund der Vielzahl der zu vermittelnden Leistungskomplexe.
Es ist daher sehr begrüßenswert, ein derartiges, ergänzendes Bildungsangebot im eigenen Bundesland zu haben, um die Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen, ins besonders der Meister*innen und Führungskräfte*, weiter zu entwickeln.«

Hans-Jörg Schuster, Präsident des Handwerkstages Sachsen-Anhalt

 

»Mit der Fortbildung »Gestalter*in im Handwerk«

ist es dem Team des Kompetenzzentrums »Gestalter im Handwerk« beeindruckend gelungen, auch in unserer Region eine große Lücke in der aktuellen Ausbildung von Handwerksberufen zu schließen.
Durch die professionelle Vermittlung von Grundlagen der Gestaltung werden Handwerker*innen befähigt, ihren alltäglichen individuellen Erzeugnissen neben der bewährten
Funktion auch eine gute und überzeugende Form insgesamt und im Detail zu geben und diese schon vor der Fertigung für die potenziellen Kunden verkaufsfördernd zu visualisieren und zu präsentieren.
Die Werkzeuge und Methoden kreativer Gestaltung und der damit verbundene Blick über die Alltagsroutine und das eigene Gewerk hinaus, inspirieren zur Weiterentwicklung
der bisherigen Arbeiten und zur Entwicklung neuer Erzeugnisse.
Somit ein Muss für jeden individuell produzierenden Handwerker*innen, Wettbewerbsvorteil inklusive.«

Klaus Partheil, Metallbaumeister, Dipl. Designer, Obermeister Metall-Innung Anhalt-Zerbst

 

»Der »Gestalter* im Handwerk« bietet

das, was ich noch zu DDR-Zeiten in der Fortbildung zum »Anerkannten Kunsthandwerker« erlernte. Die Fortbildung ist die Basis gestalterischer Arbeit. Sie ist mehr als ein weiterer Titel, sie hat mich nachhaltig in meiner Arbeit geprägt und bestärkt.
Mit großer Freude konnte ich diesen Schritt auch bei den Prüfungsteilnehmern*innen erleben. Ich ziehe den Hut vor ihrer Leistung! Weiter so!«

Lutz Gärlich, Domglas Naumburg, Anerkannter Kunsthandwerker, Glasermeister, Mitglied im Fachprüfungsausschuss

 

»Gemeinsam mit der Handwerkskammer Halle

wurde nicht nur ein einfaches Fortbildungsangebot offeriert, sondern es wurden neue, grundlegende Strukturen entwickelt, um aus unserer Stadt heraus für unser Land neue nachhaltige Impulse für stabilere, wettbewerbsfähigere, originelle Ateliers und Handwerksbetriebe zu schaffen.
Diese sind so notwendig für eine vielseitige, regionale Handwerks- und Designkultur! Halle sollte noch stärker die Rolle des Designs, der gestalterischen Ausbildung und Fortbildung im Handwerk
nutzen, um dieses einmalige Alleinstellungsmerkmal als altbewährtes und zukunftsträchtiges Markenzeichen selbstbewusst zu entwickeln. Halle bietet dem gestalterischen Handwerk und dem jungen Autorendesign zweifellos einen guten Boden – dennoch sollten diese Ressourcen noch besser genutzt werden, an einem »goldenen Boden« sollte vereint gearbeitet werden! Denn kaum eine Stadt und Region in Mitteldeutschland hat solch eine Konzentration kreativer Macher! Halle ist das Zentrum und der »Leuchtturm« gestalterischer Kompetenzvermittlung im Design und im gestaltenden Handwerk in den sogenannten neuen Bundesländern.
Die spezifischen Leistungsofferten einer originellen, kleinteiligen, mittelständischen Gewerbe- und Gewerkestruktur machen eine Stadtkultur erst wirklich bunt und authentisch! Kammern, Verbände u. a. sollten übergreifend Ideen und Initiativen zu einer weiteren »Humusbildung« fördern. Regionen und Städte, die noch immer an den Folgen der rigorosen De-Industrialisierung und Abwanderung leiden, benötigen solche Kleinwerkstätten, Handwerksbetriebe, spezialisierte Manufakturen als regionale, interessante »Gewächse«! Sie sind regional begründet, gut vernetzt, bindungswillig – sie wollen hier wirken und hier bleiben, nachhaltig wachsen und sogar Arbeitsplätze schaffen!
Hier entsteht etwas sehr notwendig Neues, Nützliches, Konkretes! Dieses Projekt sollte uneingeschränkte Ermutigung und alle notwendige Zuwendung erfahren und mit noch mehr Offenheit und Interesse sowie Solidarität begleitet werden.«

Prof. Hubert Kittel, Professor der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Auszug der Rede als Mitglied im Fachprüfungsausschuss »Gestalter* im Handwerk« des KGH zur Verabschiedung des ersten Fortbildungskurses des Kompetenzzentrums »Gestalter im Handwerk« am 19. April 2013

 

»Man kann sich vom Material inspirieren lassen,

bewusst hinschauen und wahrnehmen, was vielleicht gerade zufällig Wunderbares mit diesem passiert und darüber nachdenken, wie diese Zufälle im Sinne einer Idee in den weiteren Arbeitsprozess zu integrieren wären.
Allerdings – Ton ist ein geschwätziges, verführerisches Material. Und neben dem spielerischen Umgang damit erinnere ich immer wieder an gestalterische Prinzipien, versuche, das formale, also dreidimensional-räumliche Denken zu schulen und die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken.
Es kommt aber immer darauf an, dass meine Hinweise nicht mechanisch übernommen werden, sondern verflochten mit dem Denken und Tun des*der Autors*in ihren Ausdruck finden. Ein tieferes kreatives Verständnis setzt eine Art körpereigenen »Verdauungsprozess« voraus.«

Renée Reichenbach, Dipl. Keramikerin, Künstlerin, Dozentin des KGH

 

»Da die berufliche Weiterbildung für mich noch lange nicht ausgereizt war,

interessierte ich mich schon längere Zeit für die Thematik »Gestaltung im Handwerk«. Nun bot sich in Halle die Gelegenheit und ich griff zu. Mein Beweggrund war, meine bisherige gestalterische Arbeit auf echte Grundlagen zu stellen. Die gewerkübergreifende Ausrichtung der Ausbildung finde ich besonders ergiebig. Neue eigene Fähigkeiten traten zu Tage und entwickeln sich spürbar weiter.
Man lernt stetig, mit anderen Herangehensweisen gestalterische Aufgaben zu lösen.
Momentan gefällt mir alles sehr gut. Die Klasse ist sehr bunt und angenehm.«

Uwe Schön, Steinmetzmeister, Restaurator im Steinmetz-Bildhauerhandwerk, Köthen, Gestalter im Handwerk des KGH

 

»Die Weiterbildung ermöglichte mir zahlreiche Erfahrungen,

die ich im Einzelnen so nie hätte machen können. Meine gestalterischen Fähigkeiten wurden geschult, das Vertrauen in meine Arbeit gestärkt.
Viele Dinge nehme ich bewusster war, sehe sie mit anderen Augen und aus verschiedenen Blickwinkeln. Vor allem den Austausch mit Kollegen*innen unterschiedlicher Gewerke empfand ich besonders fordernd und fördernd. Es entstanden Kontakte und Freundschaften, die ich in jeglicher Hinsicht nicht missen möchte.«

Christin Weissbach, Weberin, Gestalterin im Handwerk des KGH

 

»Die Denk- und Sichtweise

anderer Menschen mit anderer Ausbildung kennenzulernen. Den Kopf benutzen für eine Lösung. Bekanntes erfassen und neu kombinieren.«

Jens Weickardt, Tischlermeister, Gestalter im Handwerk des KGH

 

»Die größte Bereicherung der Fortbildung

sehe ich im unkonventionellen Umgang mit verschiedenen Materialien und Techniken, unabhängig vom eigenen Gewerk. Der Austausch mit kreativen Handwerkern*innen und Dozenten*innen. Das Bewusstmachen von verschiedenen Betrachtungsweisen und Herangehensweisen an Problemlösungen.«

Susann Reinhardt-Pagel, Metallbauerin FR Metallgestaltung, Gestalterin im Handwerk des KGH

 

»Seit dem Jahr 2000 arbeite ich selbstständig mit dem Material Holz.

Mein Produktspektrum reicht dabei von Kinderspielzeug über Musikinstrumente, Möbelstücke und Einrichtungsobjekte bis zu Skulpturen. Besonders wichtig bei meiner Arbeit ist mir immer die individuelle Gestaltung.
Ohne Ausbildung im gestalterischen Bereich stieß ich dabei an meine Grenzen. Darüber hinaus fehlte mir, als allein Arbeitender, die fachliche Auseinandersetzung als Teil der Reflexion.
Die Fortbildung schien mir eine willkommene Möglichkeit, den Horizont zu erweitern, Techniken eines kreativen Prozesses zu erlernen und nicht zuletzt mit Menschen in einer ähnlichen Situation in Kontakt zu kommen. Die Nähe zur Burg Giebichenstein ließ mich auf eine hoch qualifizierte Fortbildung hoffen, in der praxisorientiert und in breitem Spektrum gearbeitet wird.
Auch wenn mir manche Inhalte schon bekannt sind und manch andere fremd oder meinen Arbeitszweig eher wenig betreffen, sind sie durchweg bereichernd.«

Sven Ahlhelm, Bau- und Möbeltischler, Dipl. Religionspädagoge, Gestalter im Handwerk des KGH

 

»Da ich als Steinbildhauerin

bisher ohnehin oft im Bereich der individuellen Gestaltung tätig gewesen bin, war es für mich naheliegend, diesen Bereich unter fachlich kompetenter Anleitung noch intensiver zu modifizieren und mit einem Blick über den vom eigenen Gewerk bestimmten Horizont zu erweitern.
Sowohl die Aufstellung der Dozenten*innen als auch die Themenauswahl erschienen mir bei meinen Recherchen und der Wahl zwischen den Akademien des Handwerks in Ihrem Hause sehr ansprechend. Rückblickend kann ich sagen, dass die Ausbildung voll und ganz meinen Erwartungen entspricht und mich dazu beflügelt und inspiriert, noch intensiver gestaltend tätig zu sein.
Die zeichnerischen und gestalterischen Studien bei Dirk Neumann lassen sich hervorragend in die Entwurfsplanung meines Arbeitsalltags einbinden und wirken eindrucksvoll auf die Kundschaft. Ja, oft ist es sogar so, dass sich die Menschen aufgrund eines überzeugenden zeichnerischen Entwurfs oder einer schnellen Modellskizze in Ton gar nicht mehr die Mühe machen, andere Kollegen*innen anzufragen.
Auch ist es sehr reizvoll, sich mit den verschiedenen Materialien auseinanderzusetzen, zu spielen und sich aufgrund dessen neue Räume und Möglichkeiten in der Gestaltung zu eröffnen.
Hervorheben möchte ich auch den Fotografiekurs bei Matthias Ritzmann. Die in diesem Zusammenhang erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sind in den Bereichen Präsentation und Marketing sehr gut nutzbar und führen dazu, dass man sich auch hier im positiven Sinne von anderen Mitanbietern*innen abhebt.
Auf jeden Fall kann ich aus allen angebotenen Unterrichtseinheiten viel Neues, Spannendes und Interessantes als Essenz für mich herausfiltern. Dies bietet mir sowohl im Künstlerischen als auch im Gestalterisch-Handwerklichen eine außerordentliche Fundgrube und breite Basis, auf deren Grundlage ich betrieblich als auch privat einmal anders als bisher – sprich – quer-denken kann.
Alles, was ich aus dieser Weiterbildung mitnehme, ist mir persönlich letztendlich mehr wert, als die Legitimation, mich nach bestandener Prüfung »Gestalterin im Handwerk« nennen zu dürfen. In diesem Sinne: Weiter so!«

Ina Michalski, Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin, Gestalterin im Handwerk des KGH