TAG DER DRUCKKUNST »DRUCK-DRUCK-DRUCK«

Am 15. März 2026 begeht auch das Künstlerhaus 188 den bundesweiten Tag der Druckkunst mit einem Tag der Begegnung. Zwischen 11 und 17 Uhr sind Besucher:innen eingeladen, die Vielfalt druckgrafischer Verfahren kennenzulernen und ein als immaterielles Kulturerbe anerkanntes künstlerisches Feld unmittelbar zu erleben.

Die Werkstätten für Lithografie, Offset und Radierung öffnen ihre Türen und machen den vielseitigen Enstehungsprozess einer Druckgrafik sichtbar. Beim Schaudrucken werden Abläufe an Stein, Platte und Presse demonstriert, Materialien und Techniken erklärt.

Die Mitmachstation bei Dirk Neumann lädt ein, selbst Hand anzulegen. Hier wird Druckgrafik erlebbar – als Mischung aus Leichtigkeit, Experimentierfreude, forschender Haltung ebensowie als Medium, das handwerkliche Qualität mit künstlerischem Ausdrucksmittel verbindet.

Ergänzend geben Infostände Einblicke in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten – darunter die WeiterbildungGestalter:in im Handwerk und das Freie Kursprogramm des Vereins Künstlerhaus 188 sowie die Angebote der Grafikstiftung Neo Rauch mit besonderem Fokus auf die Grafiktage 2026.

Um 14:30 Uhr findet ein Fachgespräch mit dem Titel: 40 Jahre Radierung drucken. So viel Wissen‘ mit Jeanette und Reinhard Rösslervon der Werkstatt Hohenossig statt. »Jeanette und Reinhard Rössler teilen jahrzehntelanges Fachwissen, das generationsübergreifend weitergegeben wird. Im Fachgespräch möchten wir insbesondere professionelles Publikum daran teilhaben lassen und wertvolle Einblicke in Material, Technik und Praxis bieten.“ Sarah Deibele, Druckgrafikerin und stellv. Vorsitzende des Künstlerhaus 188 e.V.

Der Tag der Druckkunst im Künstlerhaus 188 ist offenes Forum. Alle sind eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Eine weitere Besonderheit ist der Auftakt des Projektes Druck-Tandem. Ausgangspunkt ist ein am Tag der Druckkunstin den Werkstätten des Künstlerhaus 188 gedruckte Motive – gezeichnet von Vereinsmitgliedern. Die Motive reisen anschließend zu Künstlerhäusern, Werkstätten und Ateliers in ganz Deutschland, werden dort weiterbearbeitet und im Folgejahr im Künstlerhaus 188präsentiert. Das Projekt setzt bewusst auf Austausch und Zusammenarbeit.

»Druck-Tandem ist mehr als ein Projekt – es ist ein Ruf der Verbindung aus Sachsen-Anhalt. Die Liebe zur Druckkunst vereint Künstlerhäuser, Werkstätten und Ateliers in Deutschland. Das Projekt ermöglicht ein lebendig wachsendes Miteinander von Wirkungsstätten der Bildenden Kunst. Dabei versteht es sich als aktiv gelebter Beitrag zur Bewahrung des Weltkulturerbes der Druckgrafik, zeitgenössischer Relevanz und handwerklicher Qualität.‘ Nora Mona Bach, Bildende Künstlerin, Vorsitzende des Künstlerhaus 188 e.V.

Sachsen-Anhalt zeichnet sich durch eine besondere Druckkunsttradition aus. Historisch gewachsene Werkstätten, engagierte Künstler:innen und eine lebendige Hochschule haben eine eigenständige grafische Kultur entwickelt. Präzision, Materialbewusstsein und zeichnerische Ausdruckskraft treffen hier auf Freude am Experiment und zeitgenössische Gestaltung. Diese Qualität spiegelt sich im Verein. Zahlreiche profilierte Künstler:innen prägen mit ihren individuellen Handschriften das grafische Feld weit über die Region hinaus.

Das Künstlerhaus 188 fungiert als offener Ort für Produktion, Austausch und Vermittlung – Werkräume und Wissen werden geteilt, weitergegeben, neue Ansätze erprobt. So ist und entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Tradition und Gegenwart – zwischen handwerklicher Tiefe und zeitgenössisch bildend künstlerischer Praxis.